Der Webmasterfriday ist eine Blogparade. Jeden Freitag wird ein Thema benannt. Wer mitmachen mag, schreibt einen Blogartikel über das Thema. Wer mit seinem Artikel auf der Homepage des WMF gelistet sein möchte, trägt die URL in das "Teilnahme-Feld" ein. Wenn am nächsten Freitag das neue Thema kommt, wandern die Beiträge ins WMF-Archiv. Die Teilnahme ist kostenlos, freiwillig und erfordert keine Anmeldung.

Spaltet das Internet die Gesellschaft?

Nach dem überraschenden Erfolg von Donald Trump bei den US-Wahlen stellen sich viele die Frage, wie es dazu kommen konnte. Offenbar hat sich bei Meinungsmachern und Kommentatoren ein Weltbild etabliert, was nicht mehr mit den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen übereinstimmt. In unseren westlichen, demokratischen Gesellschaften zeigen sich inzwischen viele Risse: Jung gegen Alt, Arm gegen Reich, Gebildet gegen Ungebildet, etc. Nun stellt sich die Frage, ob sich seit einigen Monaten eine weitere Kluft auftut: intellektuell aufgeklärt und realistsich gegen … (ja, was eigentlich?). Sind die Lügen, die schlaue Medien und Intellektuelle Trump nachweisen konnten, aus Sicht seiner Anhänger überhaupt welche? Gibt es große Teile der Bevölkerung, die viel weniger genau und differenziert denken als die aufgeklärten Bildungsbürger?

Und das Ganze gipfelt dann in der Frage: sind die Möglichkeiten des Internets dafür eine Ursache? Eigentlich sollte man ja denken, dass die Medien, Blogger, Zeitungen, und all die klugen Leute bei Twitter, facebook und Co. doch dazu beitragen sollten, die politischen Themen differenziert zu beleuchten und so zur allgemeinen Aufklärung beizutragen, die dann viel leichter zu angemessen Kompromissen führen und und zu besserem Verständnis untereinander beitragen sollte. Aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein: im Internet scheinen sich viel eher Fronten zu verfestigen. Ob aus Arroganz, Faulheit und Unwissenheit – konstruktive Diskurse über politische oder gesellschaftliche Themen scheinen die Ausnahme zu sein. Vielmehr dient das Internet vielen nur dazu, die eigene (oft beschränkte) Meinung möglich laut und aggressiv zu verfestigen – und sich so Gleichgesinnte zu suchen, mit denen man dann eine Gruppe bildet, die viel leichter und effektiver über andere herziehen kann.

Kann es sein, dass die die Möglichkeiten des Internet ungeahnte gesellschaftliche Fliehkräfte entwickeln, die die Gesellschaft immer weiter auseinander driften lässt? Gehört diese Spaltung von Gesellschaften möglicherweise zum Geschäftsmodell sozialer Medien? Werden  sie durch die Konflikte erst so interessant. Oder ist das nur Schwarzmalerei? Wie seht ihr das?

Wie immer gilt: alle sind herzlich eingeladen, sich auch in dieser Woche am Webmasterfriday zu beteiligen. Dafür einfach einen Artikel zum Thema schreiben. Wer mag, kann darin die folgende Url verlinken, dann kommt (möglicherweise) ein Pingback hier an. Man kann einen Artikel aber inzwischen auch direkt anmelden (siehe Formularkasten auf der Startseite des WMF).

http://www.webmasterfriday.de/blog/spaltet-das-internet-die-gesellschaft

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